#FaktenCheck

#1

Kritiker behaupten:

Mit der Rechtsform AG hätten die Parlamente kein Mitspracherecht mehr.

 

Fakt ist

Das gemeinsame Unispital bleibt im Besitz der Kantone. Die Parlamente können weiter mitbestimmen. Eine Beteiligung von gewinnträchtigen Unternehmen ist ausgeschlossen. Ein Verkauf von grösseren Aktienanteilen ist ohne Gesetzesänderung (Spitalbeteiligungsgesetze) nicht möglich.

 

#2

Kritiker behaupten:

Die Spitalfusion geschehe auf dem Buckel des Personals.

 

Fakt ist

1. Das gemeinsame Unispital wird im eigenen Interesse attraktive Arbeitgeberin mit fairen Arbeitsbedingungen bleiben. Nur so kann es gute Spitzenkräfte in allen Bereichen gewinnen und halten. 

2. Es wird niemand wegen der Spitalfusion entlassen! Sie sorgt im Gegenteil langfristig für den Erhalt von Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen und in der Forschung in der Region! 

3. Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK (Sektion beider Basel) sowie der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte VSAO sind FÜR die Fusion.

4. Die gleichen Kritiker nähmen andererseits die Schliessung der Spitäler Laufen und Bruderholz in Kauf. Auf wessen Buckel wäre denn das?

 


#3

Kritiker behaupten:

Baselland übernehme zu wenig Kosten. Basel-Stadt zahle drauf.

 

Fakt ist

1. Den Patienten der Region bringt es nichts, wenn man die Spannungen zwischen BS und BL auf ihrem Rücken austrägt, ohne eine Alternative aufzuzeigen.
2. Die grössten anstehenden Investitionen werden in BS anfallen.
3. Man rechnet mit 30'000 Patienten aus BL und mit nur 20000 aus BS. D.h., es wird jedes Jahr mehr Steuer- und Krankenkassengeld aus BL ins Spital fliessen.
4. Und viele in BS verkennen, dass das Unispital das KSBL braucht. Es ist nicht nur eine Frage der Finanzen, sondern der benötigten Fallzahlen.

#4

Kritiker behaupten:

Die Fusion führe zu steigenden Gesundheitskosten.

 

Fakt ist

Im Gegenteil, sie ist ein Beitrag zur Kostendämpfung bei den Krankenkassenprämien! Mit der Fusion werden 120-150 Betten abgebaut und jährlich 70 Mio. eingespart. Dies wird erreicht durch Bündelung und Reduktion von Doppelspurigkeiten, Steigerung der Effizienz durch eine Fokussierung der Leistungsangebote an den einzelnen Standorten. So werden z.B. millionenteure Medizingeräte nicht mehr zweifach gekauft und gewartet sondern nur noch einmal. Personal wird wegen der Fusion nicht entlassen, nur Stellen und somit Kosten  über die normale Fluktuation reduziert. 

Durch die Fokussierung können mit weniger Stellen gleich viele Patienten mit steigender Qualität und sinkenden Wartezeiten behandelt werden. 

 


#5

Kritiker behaupten:

Das Bruderholzspital sei überflüssig.

 

Fakt ist

Neu soll dort ein Zentrum für ambulante operative Eingriffe eingerichtet werden, ein Trend im Gesundheitswesen, der die Kosten senkt und auch dem Wunsch vieler Patienten entgegenkommt. Das entlastet die Spezialisten in der Stadt und in Liestal und verkürzt Wartezeiten. Durch diese Fokussierung steigt auch die Rentabilität des Standorts Bruderholz.
 

#6

Kritiker behaupten:

Lieber jetzt nein sagen und auf eine bessere Lösung hoffen.

 

Fakt ist

Es wird keine bessere Lösung geben. Vielleicht eine, die ENTWEDER den Privatspitälern ODER der SP BS besser gefällt, aber ganz sicher nicht allen; sie würde ganz sicher abgelehnt. 

Bis aber überhaupt ein einigermassen passabler Gegenvorschlag vorliegen kann, vergehen Jahre. Investitionen würden weiter blockiert, die Unsicherheit beim Personal erheblich steigen, die besten Mitarbeitenden würden sich überlegen, die öffentlichen Spitäler zu verlassen. Und das alles für eine minimale Wahrscheinlichkeit, dass man sich nochmal auf einen gangbaren Kompromiss einigen kann. Die Argumente der heutigen unterschiedlichen Kritiker sind diametral unterschiedlich. Die heutige Lösung zeigt den besten gemeinsamen Weg.  

 


#7

Kritiker behaupten:

Die Fusion sei abzulehnen, weil der Kanton eine Doppelrolle als Regulator und Player spielt.

 

Fakt ist

Diese Doppelrolle besteht schon heute und hat nichts mit der Fusion zu tun. Es geht dabei um die Sicherung der Grundversorgung und der Medizin-Ausbildung. Die durchaus interventionsfreudige Wettbewerbskommission hat die Fusion in einem zweistufigen Verfahren geprüft. Ihr Fazit: der wirksame Wettbewerb werde durch den Zusammenschluss nicht verhindert. Effektiv haben die Privatspitäler die Marktmacht bei lukrativer Orthopädie mit rund 65% (Auswertung der stat. Ämter BS und BL). In der ebenfalls lukrativen Urologie haben sie rund 50%, Tendenz steigend. Die «Marktmacht» der öffentliche Spitäler liegt darin, dass sie verantwortlich sind für jene Eingriffe, die nicht rentieren: z.B. alle Notfälle mit Hirnschlägen und mit Herzinfarkten oder auch schwere Unfälle am Bewegungsapparat und zwar auch für jene, die um 3.00 Uhr morgens eingeliefert werden (wogegen Notfallabteilungen von gewissen Privatkliniken zwischen 22 und 8 Uhr schliessen, da nicht rentabel). Und auch für die Aus- und Weiterbildung unserer Ärztinnen und Ärzte (gewisse Privatspitäler bilden überhaupt nicht aus). Damit diese grundlegenden Aufgaben gewährleistet sind, sind die Kantone auch Regulatoren.

 

 

 

#8

Kritiker behaupten:

Es gebe bereits ein Überangebot in der Region.

 

Fakt ist

Die fusionierten Spitäler werden nicht einfach so weitergeführt wie bisher. Umstrukturierungen werden Doppelspurigkeiten reduzieren und Neuausrichtungen werden die Ambulantisierung der Medizin vorantreiben – beides zugunsten der Kostendämpfung. Mit der Spitalfusion werden 120-150 Betten abgebaut, das sind so viele wie in sämtlichen Privatspitälern in BL zusammen, oder so viele wie im Bethesda-Spital. Es findet also eine Konsolidierung statt. Der Abbau von Infrastruktur am Standort Bruderholz ermöglicht jährliche Synergien im Umfang von rund CHF 40 Mio.

 


#9

Kritiker behaupten:

Es gebe andere, bessere Alternativen.

 

Fakt ist

Die vorgebrachten «Lösungsansätze» der Fusionsgegner reichen von politisch nicht realisierbar bis unternehmerisch nicht finanzierbar. Vor allem aber würde viel zu viel Zeit vergehen, bis ein anderer Vorschlag vorläge. Und ob dieser konsensfähig wäre, ist höchst zweifelhaft. 

Denn die Argumente gegen die Spitalfusion sind fast ausschliesslich von Partikularinteressen getrieben. Alleine die Tatsache, dass die SP BS und die FDP BL mit teilweise genau entgegengesetzten Argumenten gegen die Fusion sind, zeigt, dass die Staatsverträge den bestmöglichen politisch und unternehmerisch erzielbaren Kompromiss abbilden. Und dass die Privatspitäler gegen ein starkes Unispital USNW sind, ist vielleicht aus Konkurrenzsicht nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Kooperationen werden auch zukünftig zum Wohl beider Seiten möglich sein. 

Zuerst braucht es aber das starke Unispital Nordwest. Das ist der direkteste Weg, Kosten einzusparen und einen grossen Teil des regionalen Gesundheitswesens effizienter zu gestalten – zum Wohle der PatientInnen.

 

#10

Kritiker behaupten:

Mit dem gemeinsamen Unispital entstünde eine «Staatsmedizin».

 

Fakt ist

Diese v.a. von den Privatspitälern betitelte «Staatsmedizin», wir bevorzugen das Wort Service Public, sorgt heute dafür, dass die Behandlungen, die sich für die Privatspitäler nicht rentieren, durchgeführt werden. Sie sorgt dafür, dass unsere Ärztinnen und Ärzte an den öffentlichen Spitälern ausgebildet werden und dann ohne Transfersummen z.B. zu Basler Privatspitälern wechseln, die ihrerseits zum Teil 0 (null) Aus- und Weiterbildungen machen. Diese «Staatsmedizin» stellt einen Rund-um-die-Uhr Notfall bereit, während in gewissen Privatspitälern die Notfallabteilung auf die Zeit von 8 bis 22 Uhr begrenzt ist - weil es darüberhinaus eben sehr teuer wird. Und nun möchte sich diese «Staatsmedizin» gesünder aufstellen, ihr Angebot besser strukturieren, um mit gleichem Personal effizienter und besser zu sein. 

 


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«Ja zum gemeinsamen Unispital»

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